Rechtliches

Meldepflicht

Nach dem 6. Monat der Schwangerschaft (vollendete 24. Schwangerschaftswoche) besteht in Liechtenstein, gemäss Art. 90 Abs. 1 PGR, eine Meldepflicht für Totgeburten beim Zivilstandsamt Vaduz. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Spital, ob die Totgeburt dem örtlichen Zivilstandsamt gemeldet wird. Dieses meldet die Totgeburt dem Liechtensteinischen Zivilstandsamt. Sie können dieses allerdings auch selbst informieren.

 

Bestattungspflicht

Nach dem 6. Monat der Schwangerschaft besteht eine Bestattungspflicht für tot geborene Kinder. Sie können dieser durch eine individuelle Bestattung in ihrer Gemeinde oder durch eine Bestattung im Gemeinschaftsgrab für Sternenkinder in Vaduz nachkommen.

 

Dienstverhinderung

Fehlzeiten am Arbeitsplatz, die sich durch eine Fehl- oder Totgeburt ergeben, gelten als  Krankenstand. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt ein entsprechendes Arztzeugnis ausstellen.

 

Zivilstandesamtliche Beurkundung

Ab der 24. Schwangerschaftswoche wird ein tot geborenes Kind vom Zivilstandsamt beurkundet. Diese Bescheinigung für das tot geborene Kind wird zur Vorlage beim Arbeitgeber und bei der Krankenversicherung benötigt. Die Totgeburt wird in das Geburtenbuch der Wohnsitzgemeinde eingetragen.

 

Namensrecht

Wird ein Kind über 500 Gramm tot geboren, bekommt es offiziell einen Vornamen, der in die Urkunde für die Totgeburt eingetragen wird.

 

Beschäftigungsverbot und Mutterschaftsurlaub

Wenn die Schwangerschaft mind. 23 Wochen gedauert hat, dürfen gemäss Art. 35a ArG Wöchnerinnen auch bei Fehl- oder Totgeburt während acht Wochen nach der Niederkunft nicht beschäftigt werden. Es ist gesetzlich nicht geregelt, wie lange eine Arbeitnehmerin nach einer Totgeburt (nach der 23. Woche) Mutterschaftsurlaub beziehen kann. Die Krankenkassen bezahlen jedenfalls gem. Art. 15 KVG dem Arbeitgeber 20 Wochen Krankentaggeld aus. Daher müsste auch ein entsprechend langer Mutterschaftsurlaub möglich sein.

 

Geburtszulage

Bei Totgeburten nach dem 6. Schwangerschaftsmonat haben Sie Anspruch auf die einmalige Geburtszulage von derzeit CHF 2’300.–. Der Antrag ist bei der Familienausgleichskassa einzubringen.

 

Mutterschaftszulage

Bei Totgeburten nach dem 6. Schwangerschaftsmonat (24. Schwangerschaftswoche) haben Sie Anspruch auf die Mutterschaftszulage, wenn Sie während der Schwangerschaft nicht unselbständig erwerbstätig gewesen sind. Der Antrag ist beim Amt für Gesundheit einzubringen und eine Bestätigung der Totgeburt (Auszug aus dem Familienbüchlein) ist beizulegen. Die Höhe der Mutterschaftszulage ist einkommensabhängig.